Motorradbatterie

Die bei der CB verbaute YUASA YTZ14S Motorradbatterie (bzw. technisch korrekt Akku) scheint relativ häufig nach ca. 7 Jahren abzusterben, so auch bei mir. Die anfängliche Suche nach einem identischen Ersatz habe ich angesichts der mindestens 95 € Kosten im Versandhandel schnell aufgegeben.

Auch die Idee, den doch relativ schwere YUASA durch einen leichteres Modell zu ersetzen kam nicht wirklich in Frage. Lithium-Eisenphosphat (LiFePO4) Starterbatterien habe zwar den attraktiven Vorteil einer Gewichtsersparnis, sind aber (1) tendenziell teurer, (2) vertragen sie eine Tiefentladung noch schlechter als die klassische Blei-Motorradbatterie und (3) haben eine geringe Kaltstartleistung. Grade letzter Punkt schien mir als Ganzjahresfahrer besonders wichtig. Unter 5°C kann es trotz Vorwärmen schon mal eng werden und der Spannungsabfall zu hoch für einen problemlosen Start sein.

Damit war das Suchfeld wieder offen und AGM / Gel Batterien standen zu Auswahl. Bei diesen ist die Säure in einem Vlies gebunden (AGM) bzw. mit Hilfe von Kieselsäure eingedickt (Gel). Im Unterschied zur klassischen Blei-Batterie ist der Einbau lageunabhängig möglich. Eine Übersicht zu den Grundlagen, Vor- und Nachteilen der jeweiligen Typen findet sich bei MOTORRAD.

Preislich sind die Vertreter in diesem Feld bei durchaus ähnlichen Leistungsdaten jedoch arg gespreizt – von ca. 50 bis auf nahe an 200 €.

Bei der Suche nach Testberichten für Motorradbatterien bin ich lediglich auf einen relativ alten Test der Zeitschrift MOTORRAD 2011/13 gestoßen (leider nicht zu dem Modell aus der CB). Interessant dabei war, dass (ehemals) namhafte Marken wie z.B. Banner, Berga und Varta im Test vergleichsweise schlechte bis sehr schlechte Ergebnisse erzielt haben, während jüngere und zumindest mir noch unbekannte, z.T. aber in Deutschland gefertigte Marken gute Ergebnisse erreicht haben.

Bei der Auswahl meiner nächsten Motorradbatterie war für mich neben der Spannung und der Nennkapazität sowie natürlich der Kompatibilität zur YTZ14S der Kälteprüfstrom bzw. Kaltstartstrom wichtig. Dieser gibt an, wie viel Strom in kurzer Zeit bei -18 °C bereitgestellt wird. Es gibt mehrere Normen dazu.

YUASA gibt für die YTZ14S 11,8 Ah & 230 CCA an. Letztere Wert ist der Kälteprüfstrom, für den YUASA nach eigener Angabe gewöhnlich SAE als Norm verwendet.

Ich habe mich für eine INTACT Gel 12-14-Z-S Batterie entschieden. Ein anders Modell dieses Herstellers war bei dem oben genannten Test der MOTORRAD Testsieger. Darüber hinaus liefert die Batterie bei einer Nennkapazität von 11,5 Ah einen Kälteprüfstrom von 250 A nach EN. Zu beachten ist die andere Norm (Europäische Norm) als bei der YUASA. Der Unterschied des Kälteprüfstrom ist höher, als die Zahlen zunächst vermuten lassen.

Eine grobe Vergleichstabelle der unterschiedlichen Normen findet sich z.B. bei einer ähnlichen Diskussion im Yachtbereich sowie die relevanten Formeln bei Banner.

Erfreulich war zudem, dass die INTACT Gel 12-14-Z-S relativ preisgünstig zu bekommen ist. Bei Polo habe ich sie für 70 € gefunden und über Amazon für 56 € inklusive Batteriepfand schließlich gekauft. Sie arbeitet wie es sein muss – unauffällig. Ich bin zufrieden.

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