Kroatien / Bosnien-Herzegowina – April 2017


Geplant war die Reise mal als eine Foren-Reise des CB-1100 Forum nach Kroatien und wurde auch von Mitgliedern des Forums organisiert. Aber wie so oft: der eine hat seine CB an seinen Sohn verliehen, der andere konnte leider nicht mit, einer war ein Foren-externer Freund (aber von den Flying Brick) und ein weiterer hat seine CB sogar verkauft (sehr schade !!). Resultat: Die CB 1100 hatte Minderheitenschutz in der Truppe (wenigstens Uwe war uns treu und meine CB war nicht alleine).

Erwähnenswert sind auch die allfälligen kleineren Probleme: lädierte Knie, kaputte Rücken, eine gebrochene Hand (meine…), etc. die die Umsetzung der Reise zumindest etwas in Frage stellten – aber gefahren sind wir natürlich trotzdem😂

 

Übersicht der Reise nach Kroatien sowie Bosnien und Herzegowina

Nach einer intensiven Planung seit dem letzten Forentreffen in Iphofen und einer langen Vorbereitung über den Winter mit der ganzen Vorfreude stand ein ausgefeilter Plan für die Tour. Leider hat uns unerwartet das Wetter mit einem zum Teil doch erheblichen Schneefall in den Bergen von Bosnien und Herzegowina sowie dem Bora an der Küste von Kroatien (inklusive einer Krisensitzung in einer Dorfkneipe) einen Strich durch die Rechnung gemacht und wir mußten die Tour leicht anpassen. Darüber hinaus galt es einem Radrennen auszuweichen und wir haben zudem das Glück gehabt, daß uns ein Freund vor Ort mit sehr guten Tipps unterstützt hat (danke Ljubo!). Die Übersicht zeigt die gefahrene Strecke mit allen mehr oder minder spontan durchgeführten Änderungen … doch dazu später mehr.

volle Distanz: 2444.22 km
Maximale Höhe: 1300 m
Minimale Höhe: -4 m
Gesamtanstieg: 30320 m
Gesamtabstieg: -30972 m
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Tag 1: Anreise von Kärnten nach Selce

Nach einer Übernachtung in Villach in einem sehr zentral gelegenen Hotel, das zumindest mich morgens mit einer ARIEL begrüßte, ging es zum Treffpunkt mit den anderen Fahrern in der Nähe des Faaker See. Diese hatten ein richtig nettes Hotel gefunden, bei dem auch ein Fahrzeug mit Anhänger während unserer Tour stehen bleiben konnte. Der Baumgartner Hof liegt auf einem Hügel oberhalb des Sees.

Wir sind von Hotel der Kollegen am Südufer des Ferlacher Stausee und der Trasse der Rosentaler Dampfzüge entlang durch das Rosental (die ich alle schon vor mittlerweile mehr als 15 Jahren mit Martin und Anna besucht habe – nicht wahr Ihr Beiden……? 😉) bis in die Nähe von Ferlach gefahren und dort nach Süden abgebogen. Wir wollten über den Loiblpaß nach Slowenien.

Die Fahrt war nett aber leider hat das Wetter nicht so richtig mitgespielt: es war zwar trocken, aber etwas kühl und vor allem grau. Die Wolken waren leider so tief, daß wir bei der Paßüberquerung mitten drin waren und kaum was gesehen haben. Aber kaum waren wir etwas weiter südlich, wurde das Wetter besser.

Also ging es erstmal zu einer frühen Pause nach Bled, wo wie in der Nähe des Sees den Tag haben langsam anfangen lassen…

Von dort führte der Weg weiter in den Nationalpark Triglav in Mitten der Julischen Alpen. Die in einer nicht mehr nachvollziehbaren Arbeitsteilung (gelle Friedhelm 😀) geplante Streckte hatte es echt in sich: spannende Landschaft und kleine, sogar kleinste Straßen, sich zuziehenden Kurven bzw. Kurven in der Kurve. Aber spannend war es … Und so ging es zunächst bis nach Žiri. Leere Mägen und leere Tanks zwangen uns zu einem Stop. Nach anfänglichem Zögern, sehr skeptischen Mitreisenden und doch erheblichen Bedenken haben wir ein Dorfgasthaus besucht, das sich zumindest über ein aufgehängtes Zweirad qualifizierte … eine sehr weise Entscheidung. Die Wirtin hat aber alles mögliche getan, um uns zufrieden zu stellen. Die noch tagelang diskutierte Nudelsuppe war nicht nur reichhaltig, sondern auch gut und preiswert. Und den Kuchen zum Abschied gab es kostenlos. Ich komme bestimmt wieder.

Mit vollen Bäuchen ging es zur Tanke und angesichts der Zeit dann zügig zum Zielort in Kroatien: Selce. Dort hatten wir ein schönes Bed & Breakfast in der Kvarner Bucht direkt an der kroatischen Adriaküste gefunden, das uns die nächsten Tage als Standort dienen sollte.

Tag 2: Eine Tour von Selce aus nach Istrien und zurück

Ursprünglich hatten wir geplant, einen Tipp in die Berge zu unternehmen, über eine alte Bergrennstrecke nach Slowenien und dann über Rijeka und der Küste zurück nach Selce zu fahren. Der Hoteleigentümer hat uns aber dringend davon abgeraten, da die Wettervorhersage nicht besonders optimistisch war. Die von ihm vorgeschlagene Alternative war aber klasse!

Was man eigentlich gar nicht erzählen darf: wir sind natürlich im Eifer morgens an einer Stellen links abgebogen und haben dabei eine doppelt durchgezogene Linie überquert … was soll es auch, die Straße war leer und wir wollten nach links. Leider stand einige Meter weiter die lokale Rennleitung, bat uns freundlich zur Seite und „freute“ sich schon über einen doch signifikanten Tagesumsatz. Nach mehreren Runden freundlichen Austausches konnten wir diese von 5 mal voller Strafe, auf 5 mal halbe Strafe bis schließlich einmal volle Strafe runter handeln. In einer letzten „Verzweiflungstat“ hat dann in einer abschließenden Runde noch einer von uns es geschafft, daß wir einfach nur freundlich verabschiedet wurden und die Urlaubskasse nicht belastet wurde.😃 Danke sowohl an den Verhandlungsführer als auch die freundliche Rennleitung aus Kroatien … wir fahren jetzt vorsichtiger!

Zurück auf der Strecke ging zunächst über die E65 und durch Rijeka, dann aber im Unterschied zum ersten Plan ein kurzes Stück weiter an der Küste entlang und später über einen kleine Bergrücken nach Norden mitten rein nach Istrien. Bevor es soweit war, haben wir aber noch in Opatija, einem mondänen Seebad an der Kvarner-Bucht, einen kurzen Fotostop gemacht. Schließlich kamen die meisten von uns dem nassen und kalten Deutschland und mußten sich erstmal an der Sonne und See erfreuen.

Kurz hinter Opatija haben wir uns bei Ičići von der Küste verabschiedet, eine kleine Hügelkette überwunden und sind dann durch das Landschaftsschutzgebiet des Naturparks Učka gefahren. Die E751 haben wir dabei konsequent vermieden und gezielt die kleineren und kurvenreichen Straßen ausgewählt. Für den einen oder anderen war das sicher anstrengend, aber sowohl landschaftlich als auch fahrerisch die erheblich bessere Wahl.

So ging es bis Sveti Martin, wo wir dann nach Süd-Westen Richtung Karojba abzweigten. Einen erheblichen Teil der Strecke begleiteten uns die Schilder der lokalen Olivenöl und vor allem Trüffel-Anbieter: Istrien ist berühmt für diese Produkte, die dort zugleich in einer hohen Qualität und zu vergleichsweise günstigen Preisen zu haben sind. Für uns war es aber vor allem ein Vorbote für das Mittagessen. Auf Anraten unseres kroatischen Freundes wollten wir zu einem unweit von Karojba  gelegenen Restaurant eines Landwirts, der ausschließlich selbstgemachte Produkte anbietet.

Der erste Versuch ist gescheitert: das Navi zog uns auf einen kleinen, geschotterten, teilweise sandigen und offensichtlich nur für Traktoren geeigneten Feldweg. Also hieß es umdrehen und eine Abzweigung suchen. Die hatten wir auch bald gefunden, wollten dann aber nach etlichen Kilometern ob der Einsamkeit erneut verzweifeln und das Mittagessen sausenlassen. Doch unsere Hartnäckigkeit wurde belohnt und wir haben noch ein paar wenige km weiter den gesuchten Ort gefunden. Und der Besucherströme nach zu urteilen, war er durchaus lokal sowie im benachbarten Italien gut bekannt. Unser Platz auf der Sonnenterrasse, der Blick von dort, der frische Apfelsaft und vor allem die selbstgemachten Trüffelnudeln waren erstklassig (die Geflügelgerichte von zwei anderen Fahrern wohl auch).

Uns hat es so gut gefallen, daß wir relativ lange dort saßen und erst durch die in der Ferne aufziehenden Wolken aufgeschreckt wurden. Diese sehr dunkle Wolkenmasse ließ nichts Gutes erahnen und unser Wetterexperte Friedhelm hat uns mit seinem Radar deutlich gezeigt, daß es fast über gesamt Istrien ziemlich eng würde. Also sind wir schnell aufgebrochen und  haben versucht, zwischen zwei Gewitterfronten durch an die Küste zu kommen. Wir sind Richtung Parzin gefahren und vor dort weiter nach Brestova … und das sogar weitgehend trocken.

Dies entsprach sogar dem Tagesplan, da wir mit der Fähre rüber nach Cres und dann mit der nächsten Fähre weiter nach Krk wollten. Diese Fähren fahren jedoch getaktet und als wir dann bereits von Ferne die erste Fähre sahen mußten wir uns beeilen. So sehr, daß ich das erste Kassenhäuschen übersehen hatte. In der Eile des Bezahlens ist dann sogar eine Maschine umgefallen, zum Glück ist aber weder dem Fahrer noch der Maschine etwas passiert.

So sind wir dann über die beiden Inseln gefahren, die wir lieber bei Sonnenschein besucht hätten. Dennoch konnten wir trotz der Wolken (Regen gab es fast nicht) die Strecke genießen und von Krk über die Brücke zurück zum Festland von Kroatien sowie zurück zu unserem Hotel fahren. Nicht jedoch ohne am Ende der Brück die (stilisierte) Landebahn für ein Gruppenfoto zu nutzen.

Am Abend wurde dann die Nähe zum Meer genutzt und so richtig frischer Fisch gegessen.

 

Tag 3: Fahrt auf der Jadranska Magistrala bis nach Split / Podstrana

Am nächsten Tag wollten wir dann weiter und endlich die Jadranska Magistrala abfahren. Wir sind also die E65 eng an der Küste entlang und die Straße ist einfach jedesmal wieder schön zu fahren. Noch war keine Saison und von vereinzelten Fahrzeugen abgesehen hat uns niemand behindert. Natürlich konnte auch dies nicht passieren, ohne daß wir den einen oder anderen Fotostop eingelegt haben.

Den Anfang machte relativ bald eine kurze Pause, bei der wir zunächst nur die Landschaft fotografieren wollten, dann aber auch die Gelegenheit für kurze Vorbeifahrten genutzt haben.

 

Wie leicht zu erkennen ist, war das Wetter hervorragend und wir sind mit einigen weiteren Zwischenhalten immer weiter nach Süden vorgedrungen. Die Jadranska und die Adria haben und dabei immer begleitet, wobei sowohl die Landschaft als auch die Streckenführung ein Traum sind – wunderbare, gut zu fahrende Kurven en masse.  Einer unserer Mitstreiter hat sich dann obendrein bei einer der nächsten Pausen zu einer kleinen Klettereinlage hinreißen lassen.

Anstatt aber an Zadar vorbei zu fahren und dort ein weniger schönes sowie vor allem stärker befahrenes Stück der Jadranska mitzunehmen, hatten wir den Tipp bekommen, daß ein Abstecher nach Obrovački besser sei. Sowohl die Landschaft (hier etwas gebirgiger) und ein gutes Mittagessen sollten der Lohn sein. Auch diese Strecke war sehr schön zu fahren und wir waren alle über den Schnee auf den Bergkuppen verwundert. Vielleicht hätte das eine Warnung für die nächsten Tage sein können. Uns ging es aber zunächst hervorragend und wir sind in bestem Wetter eine schöne Strecke gefahren, von der wir bei Pakoštane wieder auf die Jadranska gelangt sind.

Wir wollten an diesem Tag noch nach Split bzw. zu einem kleinen Ort 8 km südlich davon zur kostengünstigen Übernachtung. Da die Strecke in Summe aber dann doch etwas lang war und wir einfach noch sehr viel zu bewundern hatten, wurde es später und später. Die Reihe der Pausen und Fotostop war schließlich noch nicht zu Ende.

Aber irgendwann wurde es dann doch Zeit, nach Podstrana zu kommen. Hier war uns ein kleines Bed & Breakfast empfohlen worden, daß wir bei der Anreise dann doch fast übersehen hätten. Es wäre sehr schade gewesen. Der Eigentümer stelle sich als ein sehr netter und freundlicher Mann heraus, der uns erst die sicheren Parkplätze für die Motorräder zeigte und uns dann noch auf der Terrasse während des Sonnenuntergangs das wohlverdiente kühle Bier servierte. Es war so gemütlich, daß wir weder die Zimmer bezogen, noch Lust hatten wie ursprünglich geplant das nahe Split zu besuchen.

Nicht weiter wahr- bzw. ernstgenommen haben dann irgendwann die Frage des Hauseigentümers, ob wir es mit den Zimmern eilig hätten. Die Frage wurde einfach nur nebenbei verneint. Wir waren dann aber schon ziemlich irritiert, als er zum Strand ging, die Schuhe auszog, die Hose hochkrempelte, sein Boot zu Wasser ließ und einfach zu verschwinden drohte … Wie sich herausstellte, wolle er uns einfach nur etwas Frisches zum Abendessen besorgen …
und er hat nach nur wenigen Metern die Netze ausgeworfen.

Neben diversen kleinen Fischen hatte er auch noch größere sowie einen Tintenfisch gefangen und hat uns dann mit weiterem Bier, selbstgemachtem Olivenöl und frischen Brot ein hervorragendes Abendessen serviert, das wir angesichts der milden Temperaturen bis tief in die Nacht auf der Terrasse verspeist haben.

 

Tag 4: Fahrt an der Küste entlang von Kroatien nach Bosnien und Herzegowina

Am nächsten Tag wurden wir mit einem hervorragenden Blick aus dem Fenster des Hotels und von einem perfekten Motorrad-Wetter begrüßt.  Auf dem Plan stand die Fahrt von Kroatien nach Bosnien und Herzegowina, genauer nach Mostar. Der Plan sah auch eine Tour über die Berge im Hinterland vor, doch uns wurde geraten, diese noch zu meiden und einen schönen Weg an der Küste zu nehmen. Auch ein Hinweis, den wir zwar hörten und befolgt, der aber keine Warnung für uns war.

So ging es über einen schönen und schnell gefahrenen, kurvenreichen Abschnitt der Jadranska Magistrala bis Ploče. Dort wollten wir unbedingt die Fähre zum nördlichen Teil der Halbinsel Pelješac nehmen. Die Strecke entlang der dalmatinischen Adriaküste im Süden Kroatiens ist aber auf jeden Fall eine weitere Reise wert – sie unterscheidet sich deutlich vom nördlichen Teil. Während der Überfahrt haben wir uns dann ziemlich entspannt 😎 – ich war leider schon sehr, sehr lange nicht mehr so locker („runterkommen“ ist gar nicht so einfach).
Es war aber leider zu kurz…

Auf der Insel waren wir von Hügelketten links und rechts eingesäumt und sind durch ein wichtiges Weingebiet von Kroatien gefahren. Zugleich ist diese Ecke (am Meer) aber auch ein wichtiges Zuchtgebiet für Austern und Miesmuscheln. Genau das war es auch, was uns angezogen hat: Wir wollten nach Ston, das durch die bereits auf das 14. Jahrhundert zurückgehenden Befestigungsanlagen dominiert wird, bzw. nach Mali Ston. Beide sind „mit ihren Restaurants eine der bedeutendsten kulinarischen Destinationen an der Ostküste der Adria.“ Unser maritim geprägtes Mittagessen war jedenfalls klasse (und vergleichsweise preiswert).

Das Ziel der Tagesetappe hieß aber Mostar und daher mußten wird dann wieder aufbrechen. Zunächst ging es über die Landzunge auf das Festland zuesrt noch in Kroatien und dann weiter nach Bosnien und Herzegowina, wo zunächst getankt wurde (der Liter Super unter 1 Euro!). Das Schöne hier war auch, wie die Grenzübergänge (immerhin EU-Außengrenze) gehandhabt werden … einfach durchfahren 😎

Auf den letzten Kilometern wurde es dann leicht feucht, aber  das waren nur ein paar Tropfen. Zunächst sind wir zu unserem Hotel, der Villa Monera gefahren, das zwar einfach ist, aber ein gutes Frühstück und vor allem sichere Parkplätze bietet sowie relativ preisgünstig ist.

Kaum in Mostar angekommen, war es zudem wieder trocken und wir konnten die Altstadt mitsamt der Stari Most erkunden, die auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes steht. Die Stadt hatte im Krieg eine bewegte Vergangenheit und steht heute mit ihrer hohen Symbolkraft für einen Frieden in der Region. An viele Stellen der Stadt finden sich aber auch Steine und Schriftzüge, die ermahnen, die Vergangenheit nicht zu vergessen. Zudem sind an vielen Stellen der Stadt auch noch Spuren der Zerstörung und viele Einschusslöcher an den Häusern zu sehen.

Gegen Ende des Tages fing es dann aber doch noch zu regnen an und wir haben dann endlich auch ein nettes Restaurant gefunden. Wir saßen draußen, was etwas kühl war, aber eine Vorahnung darauf gestattete, wie nett es bei besserem Wetter wäre.

Nachdem der Regen dann weitgehend vorüberzog und wir unser Essen beendet haben, sind wir noch schnell Einkaufen gegangen und wollten einen gemütlichen Abend im Hotel verbringen und den nächsten Tag planen. Wir hatten ein klasse Ferienhaus in etwas höheren Lagen von Bosnien und Herzegowina vorgebucht und uns sehr darauf gefreut. Aber die Wettervorhersage kündigte -4° nachts und max -1 bis +3° tagsüber sowie Niederschläge mit in Summe mehr als 30 Litern Wasser in Form von Schnee an. Der gemütliche Abend wurde also schnell umfunktioniert zu einer gemeinsamem Neuplanung der Tour, wie immer von unserem bewährten Wetter-Radaranalytiker Friedhelm unterstützt 😉.

 

Tag 5: Planänderung – Zurück nach Split / Podstrana

Am nächsten Morgen stand der Plan. Aus der Tour der Neretva entlang nach Norden, dann weiter in die Berge und durch den Nationalpark Una wurde leider nichts und wir sind zurück nach Podstrana und dem kleinen „Fischer“-Hotel vom Vortag gefahren. Das war insofern nicht schlimm, als ich noch im Wort stand: Ich hatte versprochen, daß die Jadranska Magistrala von Süden nach Norden gefahren ganz anders wirkt, als von Norden nach Süden.

So sind wir dann ganz gemütlich erst bis zu Küste bei Ploče gefahren und dann weiter nach Norden. Nach ein paar Kurven und Kilometern haben wir dann auf gut Glück in einer Bucht einen kleinen Ort (Gradac) aufgesucht und wollten dort einen Kaffee  trinken. Eine sehr weise Entscheidung. Mit unseren Motorrädern waren wir die Attraktion der Vorsaison und uns wurden sofort Tipps, Zimmer und sogar Bootstouren angeboten. Und auch die frischen Meeresprodukte durften natürlich nicht fehlen.

„Unterbrochen“ wurde das ganze nur von einer dreiköpfigen Schweizer Familie mit zwei alten Africa Twin und einer neueren Yamaha.

Wenige Kilometer weiter kam dann bei Podgora die nächste Pause. Einer spontanen Idee folgende sind wir nach rechts abgebogen und wollten uns ein von der Hauptstraße aus sichtbares Denkmal anschauen, das wir nach kurzen Irrungen und Wirrungen auch tatsächlich gefunden haben. Neben den obligatorischen Fotos wurde dies aber vor allem für eine weitere Erholungspause genutzt. Das Denkmal Galebova Krila soll an die Podgora aufgestellte erste Marineabteilung der jugoslawischen Volksbefreiungsarmee erinnern und stellt stilisierte Möwenflüge dar. Der gebrochene Flügel steht die Gefallenen.

Zurück auf der Jadranska kam dann kurz hinter Jakiruša die nächste Überraschung: Vollsperrung wegen eines Radrennens. Wir hatten die Wahl: 1,5 Stunden warten und Radfahrern zuschauen oder weiter durch das Hinterland zu fahren. Zum Glück haben wir uns für Option 2 entschieden: uns wäre ansonsten eine sehr schöne Motorradstrecke verwehrt geblieben. Bei Omiš  sind wir wieder auf die Jadranska gekommen und konnten gemütlich bis Podstrana fahren.

Obwohl alle etwas müde waren, haben wir uns entschieden wenigstens kurz mit dem Bus nach Split zu fahren und etwas durch die Stadt zu laufen. Schließlich kannte noch keiner von uns die Stadt. Darüber hinaus wollten wir die Gelegenheit nutzen, einzukaufen und später im Hotel gemütlich zu Essen. Als klassischer Fehltritt hat sich dabei herausgestellt, daß wir auch Wein eingekauft haben. Unser Hotelier ist nämlich nicht nur Fischer und Produzent von gutem Olivenöl, sondern auch Winzer. Und um den Beweis anzutreten hat er uns mehrere Karaffen serviert – ohne Berechnung.

 

Tag 6: Die Jadranska von Süden nach Norden –
Split / Podstrana nach Selce

Auch dieser Tag war ganz anders geplant. Angedacht hatten wir nach einer Durchquerung des Nationalparks Una eine Fahrt über die Grenze von Bosnien und Herzegowina nach Kroatien in den Nationalpark Plitvicer Seen und dann weiter nach Selce. Herausgekommen ist eine Fahrt von Podstrana nach Selce. Angesichts der Jadranska und ihres meines Erachtens ganz anderen“Gesichtes“ in Abhängigkeit der Fahrtrichtung jedoch bestimmt kein Verlust. Los ging es also bei bester Laune und Sonnenschein am nächsten Morgen.

Wir sind der Jadranska bis diesmal bis Sukošan bzw. bis kurz vor Zadar gefolgt, was einfach toll war. Wir hatten die Warnung der Seitenwinde nicht jedoch ernst genommen und vergleichsweise viel Zeit für die Tour verwendet. Da wir keine Autobahn akzeptieren konnten ging es über Landstraße bis Murvica und dann wieder der Jadranska entlang bis Posedarje. Wir wollten dort über die Maslenica-Brücke weiter zum nächsten Teil der Jadranska.

Und hier hat es uns dann endgültig voll erwischt – Die Bora hat voll zugeschlagen. Der Weg war schon problematisch..eine Baustelle, raten wo es weitergeht und dann auf Verdacht eine Abzweigung nehmen. Aber all das zählt zum Abenteuer. Dann jedoch kamen die Freiflächen für die Fallwinde.  Zu erwähnen ist, daß die Winde vom Bora-Typ zu den stärksten der Welt gehören und durchaus in Böen Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 250 km/h erreichen können. Sobald der Bora auftritt, werden die Autobahnen gesperrt, der Fährverkehr eingestellt, etc.

Wir hatten zwar schon die ganze Zeit Wind, als wir aber hinter Posedarje waren, wurde es schon ziemlich heftig – vor allem auf dem letzten Stück vor der Brücke. Zwei uns sind tatsächlich bis dort gekommen. Die letzten Meter führen durch einen Einschnitt im Felsen und sind teilweise geschützt. Dann aber ist man urplötzlich allem schutzlos ausgeliefert. Die Brücke hat extrem geschwankt, Laternenmaste bedrohlich gewackelt und selbst einfach dem Motorrad zu sitzen war nahezu unmöglich – es wäre lebensgefährlich gewesen, diese zu überfahren. Also hieß es sehr vorsichtig umzudrehen und im Schrittempo mit den Füßen auf dem Boden zurückzufahren.

Dort haben wir auch den Rest der Truppe getroffen. Einem hatte es den Magnet-Tankrucksack von der Maschine gerissen und als sie gestoppt haben um diesen zu suchen, hat die Bora einen anderen Fahrer mitsamt seiner Maschine umgeworfen.  Die Schäden waren zum Glück relativ gering und die Verletzung erlaubte eine Fortsetzung der Tour – d.h. der Rückfahrt in das Dorf. Dort haben wir erstmal Pläne geschmiedet … von Übernachtung im Dorf, über Motorräder einzeln und gestützt mit 4 Personen über die Brücke zu schieben etc. Herausgekommen ist einer Dorfkneipe mit tatkräftiger Unterstützung der Bevölkerung der Plan, etwas weiter zurückzufahren und die kritische Strecke durch die Berge zu umfahren. Wir sind also wieder nach Obrovacki und weiter nach Gračac.

Das hatte den Vorteil, daß wir die Bergkette an einer niedrigen Stelle überquerten und anschließend auf der anderen, weniger windigen Seite auf das offene Stück Autobahn stießen.  Dieser sind wir in relativ kühlen und vor allem immer noch windigen Wetter bis Rapain Klanac gefolgt und hatten dann wenigstens auf den letzten Kilometern bis Selce noch ein paar schöne Kurven. Angekommen sind wir ziemlich ausgekühlt, müde und total geschafft

Das Bier und der spendierte Schnaps waren wohlverdient 🍻. Aber schon beim späteren Abendessen haben wir über das „Abenteuer“ Kroatien ganz anders gesprochen.

 

Tag 7: Trennung der Truppe und Rückreise bis Zagreb

Am nächsten Morgen standen dann leider schon die Trennung der Truppe und die individuelle Heimreise an. Einer ist über die Autobahn bis Wien gefahren und hat noch an demselben Abend die Maschine auf den Autoreisezug in Richtung Deutschland verladen. Mehrere andere fuhren zurück zum Baumgartner Hof.

Ich hatte ebenfalls einen Nachtzug reserviert, den aber erst einen Tag später. Es war schließlich Wochenende und das gab die Möglichkeit zu einer entspannten Tour. Es ging ausschließlich über Landstraßen in Richtung Zagreb. Es war schon eine erhebliche Abwechslung zu den letzten Tagen durch eine etwas gebirgige Region mit immerhin auch fast 1.000. Höhe über N.N. und satt Kurven zu fahren. Es war zwar etwas kühl, aber sonnig und sehr gut zu fahren. Die Übernachtung erfolgte in einem kleinen Hotel nördlich von Zagreb mit einer traumhaften Terrasse und einem schönen Blick über die Region.

 

Tag 8: Auf zur Verladung des Motorrads nach Wien

Nun aber drohte tatsächlich das Ende der Tour. Aber nicht ohne etwas Spaß: Zuerst noch etwas Sightseeing, u.a. eine MIG 21, mit der im Balkan-Krieg ein kroatisch-stämmiger Pilot der bosnischen Streitkräfte nach Klagenfurt (Österreich) floh, bevor er sich dem Militär in Kroatien anschloß.

Später ging es dann über ein paar nette Landstraßen und etwas Autobahn nach Wien, wo die CB 1100 dann ebenfalls auf den Autoreisezug verladen wurde. Ankunft in Hamburg: nächster Morgen

Nachdem nun alle zwar etwas geschafft aber doch weitgehend wohlbehalten von unserer Tour nach Kroatien sowie Bosnien und Herzegowina wieder zu Hause angekommen sind, steht nun die Planung des Honda CB 1100 Treffen im Ruhrgebiet für den September 2017 an. Ich freue mich darauf.

 

Informationen / Material für die Reiseplanung

Wir haben für die Planung eine ganze Menge Material und diese Seite für die Koordination genutzt. Ich lasse anders als sonst mal die Links hier stehen, falls noch jemand die Hinweise gebrauchen kann.

Reiseführer, zu empfehlen sind z.B.

ADAC Reiseführer Istrien und Kvarner Bucht
Motorrad-Reiseführer Kroatien: Die Perle an der Adria
MARCO POLO Reiseführer Kroatische Küste Dalmatien
Reise Know-How Kroatien: Istrien: Reiseführer für individuelles Entdecken
Reise Know-How Kroatien – Küste und Inseln
Komm, entdecke, erzähle weiter BOSNIEN UND HERZEGOWINA
– …

Karten, zu empfehlen sind z.B.

– das kostenlose Kartenmaterial des ADAC
Reise Know-How Landkarte Kroatien (1:300.000 / 700.000)
Reise Know-How Landkarte Istrien (1:70.000)
Reise Know-How Landkarte Westliche Balkanregion (1:725.000)
– …

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14 Kommentare zu Kroatien / Bosnien-Herzegowina – April 2017

  1. Friedhelm sagt:

    Klingt alle sehr verlockend! Ich bin auf jeden Fall dabei und freue mich riesig auf dieses Projekt.

    Aus meiner Sicht ginge auch eine Woche später nach den Osterferien, wenn dies die Hotelbuchungen erleichtern würde – bin da flexibel.

    …darf ich auch BMW fahren?

    • Thorsten sagt:

      Friedhelm,

      wir freuen uns, daß Du mitfährt und ich freue mich auf die gemeinsame Tour. Und natürlich darfst Du auch die BMW nehmen – wenngleich die CB 1100 natürlich das schönere Motorrad ist 🙂

      Ich habe es in der Liste bereits geändert

  2. Michael sagt:

    Habe gerade mit Thorsten gesprochen , und er meinte er nimmt mich auch mit .
    Dann wären wir ja sogar mit 2 Bmw`s ( K 1100 LT )
    Freue mich schon sehr darauf , denn es ist meine erste Fernausfahrt.
    Das andere wird sich schon ergeben . Da bin ich als Ruhrpott Kind sehr schmerzfrei.

  3. Friedhelm sagt:

    Hallo Michael,
    willkommen im Club. Ich freue mich, Dich spätestens auf unserer gemeinsamen Tour kennenzulernen. Die BMW´s überwiegen – 4 an der Zahl!
    LG
    Friedhelm

  4. Friedhelm sagt:

    Hallo Uwe, hallo Michael,

    für die Anreise nach Selce haben einige von uns ((Max, Alexander, (Jacob?) und ich)) ein Hotel bei Villach in Kärnten vom 14. auf den 15.4. gebucht (siehe http://www.baumgartnerhof.at). Von da aus sind es nur noch ca. 300 km bis zum „offiziellen“ Startpunkt Selce unserer Reise.

    Vielleicht ist dies ja für Euch auch eine Option. Thorsten und Tajana können sich aus beruflichen Gründen jetzt noch nicht festlegen. Die Beiden treffen wir dann spätestens auf dem Weg nach Selce an einem noch auszumachenden Treffpunkt.

  5. Michael sagt:

    Hallo Friedhelm
    Die Idee ist überlegungswert und von mir gerne angenommen . Erst mal ist es dann nicht so weit von Wien aus , und man kann dann gemeinsam weiterfahren . So das man ggf. schon schöne strecken fahren kann . Bin im Moment noch viele Dinge am aufarbeiten . Erst mal die Zugverbindung ggf etwas weiter als Wien . Habe sowas noch nie gemacht . Und das größte Problem sind für mich die GPS Sachen . Da sehe ich nur WWW. …… Da kann ich überhaupt noch nichts mit anfangen Bzw . es ins Tom Tom einpflegen . Das ist für mich als wenn ich einen A 380 fliegen sollte . Da werde ich Thorsten noch Löcher in den Bauch fragen müssen . Wie du siehst fragen über fragen . LG: Michael

  6. Es freut mich, dass ihnen mein Buch über Bosnien und Herzegowina (Komm, entdecke, erzähle weiter) gefallen hat.
    Ich wünsch euch eine gute und schöne Reise.

    http://www.komm-entdecke-bosnien.info/

  7. Friedhelm sagt:

    Hallo lieber Thorsten,

    besten Dank für den ausführlichen Reisebericht.

    Dieser hält die Erinnerung an eine schöne Tour mit netten Menschen wach.

    Spätestens im September sollten wir im Ruhrgebiet Pläne für eine Wiederholung schmieden!

  8. Thorsten sagt:

    Einen herzlichen Dank an alle Mitfahrer …
    es war toll mit Euch zu fahren und wir sollten unbedingt die nächsten Touren planen

  9. Friedhelm sagt:

    Ja, Thorsten, auch mir hat es großen Spaß gemacht. Egal wo es hingehen soll, ich bin dabei – so denn die Terminplanung passt. Schöne Kurven gibt es überall!

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